Stufenlos zur Barrierefreiheit

Geht man mit achtsamem Blick durch die Straßen, wird deutlich, dass sich im Alltag vieler Menschen häufig Hindernisse ergeben. Eine Treppe, wenige Stufen oder gar lediglich ein Absatz, kann für Teile unserer Gemeinschaft zum Ausschlusskriterium werden. Für den Großteil der Gesellschaft unmerklich, verhindern so kleinste Hürden die Teilhabe vieler Menschen an Lebensqualität bestimmenden Bereichen des öffentlichen Lebens. Essengehen, ein abendlicher Cocktail mit Freunden oder ein Besuch im Café sind häufig nicht stufenlos möglich.

Aber auch Bereichen der Nahversorgung sowie Verwaltungsgebäuden oder auch medizinischen Einrichtungen fehlt es häufig an Hilfsmittel, die ein selbstbestimmtes Miteinander aller Bevölkerungsmitglieder gewährleisten.
Das LEADER-Projekt Barrierekataster hat sich ein hindernisfreies Miteinander zur Aufgabe gemacht. Mit der Unterstützung der EU durch Fördermittel, ist die Aufnahme der Barrieren im öffentlich zugänglichen Bereich geplant. Primärer Fokus sind hierbei vorerst Kernbereiche in den Verbandsgemeinden Linz, Bad Hönningen, Unkel, Waldbreitbach sowie sechs weitere Ortsgemeinden.

Mit Hilfe des Planungsbüros Gesellschaft für Umweltplanung – Bonn mit Zweitsitz in Unkel, soll ein Kataster erstellt werden, welches zum einen bereits barrierefreie Bereiche herausarbeitet und in einer Karte für alle zugänglich visualisiert, zum anderen allerdings defizitäre Bereiche identifiziert. Für diese besteht das Ziel, sie im Laufe der Zeit im Rahmen ohnehin stattfindender Umbau- oder Erneuerungsarbeiten in ebenso stufenlos zugängliche Bereiche umzuwandeln.
Nicht nur finanzielle Mittel sind nötig um diese umfangreiche Aufgabe zu bewältigen. Auch die Mitwirkung jedes Einzelnen ist gefragt, ein selbstbestimmtes Miteinander für Alle zu realisieren.

Das Projekt setzt den Fokus insbesondere auf mobilitätseingeschränkte Menschen. Zu diesen gehören nicht lediglich dauerhaft eingeschränkte Personen im Rollstuhl, auch ältere Mitbürger, Familien mit Kindern und auch kurzzeitig gehandicapten Menschen erleichtert die barrierefreie Umgebung das Leben. Eine hindernisfreie Umwelt ist für 10 % der Bevölkerung erforderlich, 30-40 % notwendig und für 100 % komfortabel (Tourismus NRW o.J.).
Neben Aufnahmen der Kernbereiche um die Ortskerne, mit Hilfe des ortskundigen Ehrenamtes, setzen wir daher auf Ihre Unterstützung. Hier ist in Form eines Fragebogens Ihr Wissen gefragt. Zu den Dingen von Interesse gehören jegliche Bereiche die Ihnen bekannt sind, die sich positiv darstellen, allerdings auch solche die Sie als schwer zugänglich einschätzen. Hierbei sprechen wir nicht nur Betroffene Menschen an. Auch jeder andere kann helfen das Projekt zu unterstützen. Die wichtigsten Kriterien für einen barrierefreien Zugang in Gänze oder auch in Teilen, sind noch einmal im Fragebogen aufgeführt. Sie basieren auf den Qualitätskriterien des Projektes Reisen für Alle (Reisen für Alle, 2020).

Wir freuen uns über jeden einzelnen Hinweis sowie eine rege Beteiligung und danken Ihnen für Ihr Engagement in Sachen der Gemeinschaft!
Generell bleibt an dieser Stelle zu sagen, dass die Schaffung einer überwiegend barrierefreien Umgebung nicht in kürzester Zeit umsetzbar ist. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen fortlaufenden Prozess, den es, wo immer möglich, zu unterstützen gilt.

Unterstützen Sie uns bei unserem Vorhaben!

Weitere Informationen zu dem Thema sowie den Fragebogen finden Sie unter: Info- Fragebogen